Chatgpt für Lehrpersonen
- 13. Mai
- 3 Min. Lesezeit

So brauche ich ChatGPT als Lehrperson wirklich
KI ist aus unserem Alltag heute kaum wegzudenken. Alle reden davon und brauchen es täglich. Aber wie sieht das bei uns Lehrpersonen aus? Viele probieren es aus und stellen sich dann schnell die Frage: bringt mir das wirklich etwas, oder mache ich es schneller selbst? Die ehrliche Antwort: es kommt darauf an, wie du es nutzt.
KI ist keine Zauberbox die dir alles aus dem Hut zaubern kann. Es gibt Aufgaben, bei denen ChatGPT dir echte Zeit spart. Und es gibt Aufgaben, bei denen du schneller bist wenn du es einfach selbst machst. Den Unterschied zu kennen ist der erste Schritt.
Wer ChatGPT öffnet und schreibt "erstelle mir ein Arbeitsblatt über Ameisen", bekommt etwas Generisches das wahrscheinlich mehr Nacharbeit braucht als ein selbst erstelltes Blatt. Wer weiss, wie die Frage gestellt werden soll, bekommt in 30 Sekunden einen Entwurf inklusive Tipps für die Unterrichtseinheit darum, der wirklich zur Klasse passt.
Der Unterschied liegt nicht im Tool. Er liegt darin, es für die richtigen Aufgaben gewinnbringend einzusetzen.
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Was ChatGPT kann, und was nicht

ChatGPT liefert einen ersten Entwurf in Sekunden. Das ist sein grösster Vorteil. Das leere Dokument, das sonst so viel Zeit kostet, füllt sich sofort.
Was es nicht macht: pädagogisch denken. Es weiss nicht, was deine Klasse braucht. Es kennt deinen Unterrichtsstil nicht. Und es macht gelegentlich Fehler, die überzeugend klingen.
Deshalb gilt: Fakten, Aufgabenlogik und Schwierigkeitsgrad immer selbst prüfen.
Und noch etwas ist wichtig: Keine Namen, Beurteilungen oder sensiblen Informationen von Kindern in ChatGPT eingeben. Immer mit anonymisierten Beispielen arbeiten.
TALK-Methode zum Promten
Der Unterschied zwischen einem nutzlosen und einem brauchbaren Ergebnis liegt fast immer am Prompt. Vage Fragen geben vage Antworten.
Ich nutze die TALK-Methode als Merkhilfe:

T = Thema
So konkret wie möglich. Nicht "Natur", sondern "Rolle der Biene im Ökosystem".
A = Alter oder Klasse
3. Klasse, Mittelstufe, Kindergarten. Das Sprachniveau passt sich sofort an.
L = Lernziel
Was sollen die Kinder am Ende können? "Kinder lernen etwas über Bienen" ist zu wenig. "Kinder verstehen, welche Rolle die Biene im Ökosystem hat und warum ihr Aussterben Folgen hätte" ist ein richtiges Lernziel.
K = Kontext und Kriterien
Fach, Aufgabentyp, Lehrmittel, Sprachanforderungen. Wenn du dich am LP21 orientierst, gib die passende Kompetenz direkt im Prompt an. So bleibt der Output näher am Unterrichtsziel.
Bevor du einen Prompt schickst: TALK zuerst.
Beispiel-Promt:
"Ich bin NMG-Lehrerin in Luzern und möchte einen Werkstatt-Posten zum Thema Bienen für die 3. Klasse erstellen. Fach: NMG. Lernziel: Die Kinder verstehen, welche Rolle die Biene im Ökosystem hat. LP21-Kompetenz: NMG 2.1.c. "Die SuS können nahegelegene Lebensräume und deren Lebewesen erkunden (z.B. mit Massstab, Feldstecher, Lupe, Bestimmungsbuch) und ihre Forschungsresultate protokollieren sowie das Zusammenleben beschreiben.", Deine Aufgabe: Erstelle 3 Aufgaben: Lückentext mit 5 Lücken und vorgegebenen Wörtern, Zuordnungsaufgabe Bienenprodukte, Kurzschreibaufgabe maximal 3 Sätze. Sprache: einfach, Sätze maximal 12 Wörter. Für eine Deutschschweizer Klasse."
Fazit
ChatGPT nimmt nicht das Denken ab. Es nimmt den Start ab.
Mit der TALK-Methode entstehen Entwürfe die wirklich zur Klasse passen. Der Rest, prüfen, anpassen, einfügen, bleibt wie immer. Nur der schwierigste Teil fällt weg: der Anfang.
Die 5 wichtigsten Prompts für den Unterrichtsalltag gibt es bald hier auf Kulamea. Wer konkrete Beispiele sehen möchte, wie KI im Unterricht eingesetzt werden kann, findet sie bald auf Instagram und TikTok. Folge um nichts zu verpassen!







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